Chymotrypsin-Update
und kurzer Überblick zur Pankreas-Insuffizienz
bei Hund und Katze
(Siehe dazu auch nach stehenden Kommentar: „Vom
Chymotrypsin redet keiner mehr“)
Ätiologie
Das exokrine Pankreas synthetisiert und sezerniert den
größten Teil der für die Verdauung der Nahrung erforderlichen
Enzyme wie Amylase, Lipase, Elastase, Ribonuklease, Chymotrypsin, Trypsin
und Carboxypeptidase, in Form von inaktiven Vorstufen, die erst im Dünndarm
in ihre aktive Form umgewandelt werden.
Wird dieser Schutzmechanismus durchbrochen ist eine Selbstverdauung
des exokrinen Pankreas mit einem nachfolgenden Entzündungsgeschehen
und einer Pankreatitis die Folge. Die chronische Pankreatitis führt
im Endstadium zu einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI). Bei der
Katze ist dies vermutlich die häufigste Ursache einer EPI, häufig
begleitet von einem Diabetes mellitus.
Beim Hund wird die Azinus-Atrophie als häufigste Ursache einer
EPI angenommen, wobei die endokrine Funktion seltener betroffen ist.
Es wurde eine Rasseassoziation der EPI für Chow-Chow, King Charles
Spaniel, Langhaar-Collie und Deutschen Schäferhund nachgewiesen.
Im Verlauf einer chronischen Pankreatitis und speziell
bei einer EPI nimmt die Enzymsekretion der Azinuszellen drastisch ab,
was zu einer stark reduzierten Nahrungsverwertung und dem typischen
Symptombild mit Gewichtsverlust, Polyphagie und gesteigerten Mengen
von hellem Kot führt.
Labordiagnostische Verfahren
Aufgrund der stark verminderten Ausschüttung der Pankreas-Enzyme,
sollte der Nachweis der reduzierten pankreasspezifischen Enzymaktivitäten
im Kot die beste diagnostische Aussage hinsichtlich einer EPI erlauben.
Die kolorimetrische Bestimmung der Chymotrypsin-Aktivität
im Kot des Hundes war auch die erste labordiagnostische Bestimmung dieser
Art, die in der 1980er Jahren für die EPI-Diagnostik etabliert
wurde. Sie wurde mit einem kommerziellen Chymotrypsin-Testkit aus der
Humanmedizin durchgeführt, der für die Anwendung beim Hund
validiert worden war (Reusch, 1986).
Durch die Einführung des TLI-Testes wurde die
Diagnostik aus Serum ermöglicht, und dieser bei uns inzwischen
automatisierte Test hat nach allen wissenschaftlichen Studien die höchste
diagnostische Relevanz hinsichtlich der Erfassung einer EPI beim Hund.
1999 wurden erste Ergebnisse mit einem neuen caninen Kot-Elastase-Test
bekannt, der in den folgenden Jahren durch eine intensive Marketing-Kampagne
eingeführt wurde. Der wissenschaftliche Nachweis einer gegenüber
der Chymotrypsin-Bestimmung höheren diagnostischen Sensitivität
und Spezifität ist bis heute aber nicht erbracht worden. (Es liegt
uns dazu eine einzige Untersuchung vor, bei der im Kot die Chymotrypsin-Aktivität
von 10 Hunden (!) mit EPI mit der Elastase-Konzentration von 43 Hunden
mit EPI verglichen wurde, Spillmann et al., 1999).
Unsere Empfehlungen
Wir führen die Bestimmung der Chymotrypsin-Aktivität im
Kot bei Hund und Katze seit fast 18 Jahren durch, unterbrochen nur von
einer kurzen "Elastase-Episode". Kürzlich haben wir den
Chymotrypsin-Test methodisch überarbeitet - er korreliert bei der
Katze mit der gesamtproteolytischen Aktivität im Kot - und wir
können ihn bei Verdacht einer Insuffizienz des exokrinen
Pankreas bei Hund (in Verbindung mit dem Serum-TLI)
und Katze ohne Einschränkung empfehlen.
Ebenso gilt nach wie vor der von Reusch (1986) gegebene Hinweis zur
optimalen Abgrenzung der EPI von anderen nicht pankreasbedingte Darmerkrankungen
durch die Untersuchung der Chymotrypsin-Aktivität von 2-3 Kotproben
aus unterschiedlichen Absetzungen.
Bei gesicherter EPI-Diagnose empfiehlt sich eine Überprüfung
der Vitamin B12-Serumkonzentration, da eine große
Anzahl von Hunden und fast alle Katzen an Cobalamin-Mangel leiden und
neben der Therapie mit Pankreas-Extrakt dann auch eine Zuführung
von Cobalamin erhalten sollten (Steiner, 2006).
Geänderte Dienstzeiten ab April
Ab 12. April ist das Labor montags nur noch von 16-18 Uhr geöffnet.
In dieser Zeit werden nur Notfälle bearbeitet und sind wir für
Auskünfte und Beratung erreichbar. Unser Abholdienst kann ganztägig
(ggf. über Anrufbeantworter) angefordert werden. Die Öffnungszeiten
an den übrigen Arbeitstagen bleiben unverändert.
Dienstzeiten:
Montag: 16 - 18 Uhr
Dienstag - Freitag: 8 - 18 Uhr
Samstag: 8 - 13 Uhr
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