September 2009

Rundschreiben Nr. 37

home

 

               zurück


Der kardiale Marker Nt-proBNP
und seine Präanalytik beim Hund

Indikation:

  • Verdacht einer akuten oder chronischen Herzinsuffizienz und deren Verlaufskontrolle
  • Differentialdiagnose von Dyspnoe/Husten (Unterscheidung zwischen Herzinsuffizienz und Lungenerkrankung, bzw. anderen nichtkardialen Ursachen)

Biochemie:

Als Teil seiner endokrinen Funktion produzieren die Kardiomyozyten des Herzmuskels eine Reihe von Peptidhormonen, die sogenannten natriuretischen Peptide. Sie sind Antagonisten des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. Im Gegensatz zu den strukturellen Proteinen der Myozyten (Troponine, CK, Myoglobin), deren Konzentration erst bei einer Zellschädigung ansteigt, werden die natriuretischen Peptide als Reaktion auf eine erhöhte ventrikuläre Wanddehnung (durch Volumen- und Druckschwankungen) freigesetzt. Sie werden deshalb als funktionelle kardiale Marker bezeichnet und sind den strukturellen Proteinen in der kardialen Diagnostik bei Hund und Katze überlegen. Das Nt-proBNP ist aus verschiedenen Gründen der am besten geeignete labordiagnostische Parameter unter den natriuretischen Peptiden und wird deswegen von uns bei Hund und Katze als einziger kardialer Marker angeboten.

Präanalytik:

Als Peptidhormon ist das Nt-proBNP empfindlich gegen die im Serum vorhandenen eiweißabbauenden Enzyme (vergleichbar zur Situation bei den Proteohormonen ACTH, PTH und PTHrP). Um unverfälschte Resultate zu erhalten, muss dieser sofort nach der Blutentnahme beginnende Abbauprozeß verhindert werden. Der Kithersteller Guildhay (England) empfiehlt die Serumproben gekühlt (unter 16°C), oder gefroren zu verschicken. Bei unseren Untersuchungen zur temperaturabhängigen Lagerungsstabilität des Nt-proBNP sind wir zu folgendem Ergebnis gekommen: Bei einer Lagerung bei 15°C ist schon nach 20 Stunden nur noch 80% und auch bei 5°C nur noch 86% der ursprünglichen Konzentration nachweisbar. Um gesicherte Messresultate zu erhalten, empfehlen wir deshalb die Verwendung der von uns neu entwickelten BNP-stab.-Röhrchen. (Als Alternative zum ansonsten erforderlichen und aufwändigen Gefrier-versand des Serums). Sie ermöglichen einen Versand bei Raumtemperatur und gewährleisten noch nach 20 Stunden bei 25°C 94% der ursprünglichen Konzentration (siehe Abbildung unten).

 


 

Neue FSME-Seroprävalenz-Studie beim Hund

Bitte zur Mitarbeit bei neuer bundesweiter Studie


Aufruf zur Mitarbeit
Seit 2002 sind beim Mensch vermehrt autochthone FSME-Einzelfälle in Bundesländern nördlich der langjährigen bayerischen und baden-württembergischen Risikogebiete gefunden worden (siehe Karte, zum Vergrößern HIER klicken): In Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen, vereinzelt aber auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nieder-sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. (Robert-Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 17/2008).
Auch der Hund kann an einer FSME erkranken, ist aber zudem aufgrund seiner Lebens- und Haltungsweise anhand seiner FSME-Virus-Seroprävalenz ein guter Indikator des FSME-Virus-Befalls der Zecken und damit des regionalen Erkrankungsrisikos bei Mensch und Tier.

Wir möchten abklären:
Wie hoch ist die aktuelle, bundesweite FSME-Seroprävalenz beim Hund, gibt es autochthone Krankheitsfälle auch in den nördlichen Bundesländern und ist damit auch beim Hund seit 2000 eine Ausbreitung nach Norden feststellbar? Die Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (Jena) und mit Unterstützung der Firmen Baxter (Unterschleißheim) und Novartis (Marburg) durchgeführt.

Wir benötigen:

  • 0,5 ml Serum und 1 ml EDTA-Blut von Hunden mit Mindestalter 2 Jahre. Sie dürfen den näheren Umkreis (ca. 30 km) ihres Aufenthaltsorts in Deutschland in den zurückliegenden 12 Monaten nicht verlassen haben.
     
  • Den ausgefüllten Fragebogen (Sie können ihn per Fax anfordern oder als PDF-Datei hier herunter laden).

Resultate und Kosten:

  • Sie erhalten den Laborbefund (FSME-AK, Kleines Blutbild, klinisch-chemisches Profil) zum Studienpreis von: 15,- EUR (zzgl. MwSt).

Probenversand an:

  • Labor ALOMED, Postfach 1440, 78304 Radolfzell/Bodensee