NEU:
Nachweis von Tritrichomonas foetus im Kot von Katzen
mittels Real-Time PCR
Als Durchfallerreger bei Katzen bisher kaum beachtet
Aktuelle Studien konnten zeigen, dass Tritrichomononas foetus, der Erreger
der „Deckseuche“ beim Rind, für chronische, therapieresistente
Durchfallerkrankungen bei der Katze verantwortlich sein kann. In einer
schweizerischen Studie (Frey et al., 2008) gelang bei 11 von 45 Katzen
mit chronischer Diarrhö der Nachweis von T. foetus. Dieser zu den
Protozoen gehörende, anaerob lebende Endoparasit muss daher neben
Giardien bei der Differentialdiagnose chronischer und insbesondere therapieresistenter
Diarrhöen der Katze einbezogen werden.
Nachweisverfahren für Tritrichomonas foetus
- Direktnachweis der Trophozoiten im frischen Kot
Aufgrund der kurzen Überlebenszeit im ausgeschiedenen Kot und
der großen Ähnlichkeit zu Giardia ssp. ist der mikroskopische
Nachweis im Nativausstrich schwierig und wenig zuverlässig. Nach
Untersuchungen in den USA liegt die Sensitivität nur bei ca.
14% (Gookin et al., 2004).
- Nachweis nach kultureller Anreicherung
Mit einem kommerziell erhältlichen Kultursystem („InPouch
TF“, das bisher zur Überwachung von Stieren eingesetzt
wird) lässt sich die Sensitivität gegenüber dem Nativpräparat
erhöhen. Voraussetzung ist jedoch ein ganz frischer Kot und eine
tägliche mikroskopische Kontrolle während der langen Kulturzeit
von 10-12 Tagen.
Aufgrund der deutlichen Nachteile der beiden genannten Nachweisverfahren,
haben wir uns dazu entschlossen, ein Real-Time-PCR-System zu entwickeln
und zu etablieren:
- PCR-Nachweis
Dreifacher Vorteil gegenüber kultureller Anreicherung + mikroskopischem
Nachweis:
1. Höhere diagnostische Sensitivität bei optimaler Spezifität
2. Einfachere Präanalytik, da die Erreger-DNA lagerungsstabiler
ist als die empfindlichen,
nur wenige Stunden überlebenden Trophozoiten, deren
Vitalität aber für die kulturelle
Anreicherung absolute Voraussetzung ist
3. Schnellere Ergebnisse
Ein Übersichtsartikel, der auch Therapieempfehlungen enthält,
ist dazu kürzlich in der "Kleintierpraxis" erschienen
( Asisi et al., Kleintierpraxis 53,11 (2008), S. 688-93.
Unsere Empfehlungen zur Diagnose und Therapiekontrolle
Diagnose:
Einsendung einer abgesetzten Kotprobe (Erbsengröße ist ausreichend)
oder eines Rektaltupfers für den Erreger-DNA-Nachweis mittels PCR.
Einsendung von 0,5 ml Kulturflüssigkeit zur PCR-Bestätigung
des kulturellen Nachweises in der Praxis/Klinik
Therapiekontrolle:
- PCR-Kontrolluntersuchung 1- 2 Wochen nach Beendigung der empfohlenen
14-tägigen Therapie (mit Ronidazol)
- PCR-Kontrolluntersuchung 20 Wochen nach Therapieende
Reduzierte Kosten in Einführungsphase (bis Ende März
2009, Preise auf Anfrage)
PCR-Erstuntersuchung und Therapiekontrolle
PCR-Bestätigung aus Kulturflüssigkeit
PCR-Kombination "Tritrichomonas + Giardia ssp."
Diagnose der caninen Hypothyreose
Wie schon in Rundschreiben Nr. 35 vom Juni angekündigt, haben
wir aufgrund der Ergebnisse unserer Hypothyreose-Studie (Publikation
in Vorbereitung) Änderungen in den betreffenden Untersuchungsprofilen
vorgenommen:
- Hund Altersvorsorge: cT4 ist durch cTSH ersetzt, da dies eine höhere
diagnostische Sensitivität besitzt
- Hund Schilddrüse: Enthält zusätzlich den cT4/cTSH-Quotienten,
der die höchste diagnostische Sensitivität und Spezifität
aufweist
- Hund Schilddrüse 1 (mit fT4, Cholesterin und K-Wert) ist gestrichen,
ebenso die fT4-Einzel-bestimmung, da fT4 gegenüber cT4 keine
signifikant höhere diagnos-tische Relevanz besitzt
Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem Ersatz des T4 durch cTSH beim
Hypothyreose-Screening zeigen den diagnostischen Nutzen dieser Entscheidung:
Die relativ hohe Zahl der - aufgrund des früheren T4-Screening
- Hypothyreose-verdächtigen aber dann durch weiterführende
Diagnostik als nicht primär schilddrüsenkrank
eingestuften Fälle hat durch das "TSH-Screening" deutlich
abgenommen.
Bei Therapiekontrollen hypothyreoter Hunde bitten
wir diese Fragestellung anzugeben, da sich der optimale therapeutische
Bereich für cT4 und cTSH von dem betreffenden Referenzbereich gesunder
Tiere deutlich unterscheidet.
Nt-proBNP zur Frühdiagnose und Bestätigung von Herzerkrankungen
bei Hund und Katze
Nachdem auch für die Katze ein Nt-proBNP-Test verfügbar ist,
haben wir die Bestimmung des Troponin I gänzlich eingestellt. Das
Nt-proBNP besitzt sowohl beim Hund wie bei der Katze nach den bisherigen
Daten eine deutlich höhere diagnostische Sensitivität zur
Frühdiagnostik einer Herzinsuffizienz als das Troponin I, so dass
wir uns auf die Bestimmung des natriuretischen Peptids als optimalen
kardialen Biomarker konzentrieren wollen.
Wichtige Änderung zur Präanalytik: Nach
unseren Untersuchungen ist als Probenmaterial (im Gegensatz zu den Angaben
des Kitherstellers) weder Serum noch EDTA-Plasma über 24 h bei
Raumtemperatur ausreichend stabil, weswegen wir vorläufig die Einsendung
von gefrorenem Serum dringend empfehlen.
MDR 1-Gentest: Nicht mehr bei ALOMED durchführbar
Wegen exklusiver Lizenzrechte für ein Labor in Gießen, in
Zusammenhang mit der bevorstehenden Patenterteilung durch das europäische
Patentamt, müssen wir leider die Diagnostik des MDR1-Defektes beim
Hund einstellen.
Nähere Infos und Auftragsformular: www.uni-giessen.de/mdr1defekt |