Dezember 2008

Rundschreiben Nr. 36

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NEU: Nachweis von Tritrichomonas foetus im Kot von Katzen
mittels Real-Time PCR

Als Durchfallerreger bei Katzen bisher kaum beachtet
Aktuelle Studien konnten zeigen, dass Tritrichomononas foetus, der Erreger der „Deckseuche“ beim Rind, für chronische, therapieresistente Durchfallerkrankungen bei der Katze verantwortlich sein kann. In einer schweizerischen Studie (Frey et al., 2008) gelang bei 11 von 45 Katzen mit chronischer Diarrhö der Nachweis von T. foetus. Dieser zu den Protozoen gehörende, anaerob lebende Endoparasit muss daher neben Giardien bei der Differentialdiagnose chronischer und insbesondere therapieresistenter Diarrhöen der Katze einbezogen werden.

Nachweisverfahren für Tritrichomonas foetus

  • Direktnachweis der Trophozoiten im frischen Kot
    Aufgrund der kurzen Überlebenszeit im ausgeschiedenen Kot und der großen Ähnlichkeit zu Giardia ssp. ist der mikroskopische Nachweis im Nativausstrich schwierig und wenig zuverlässig. Nach Untersuchungen in den USA liegt die Sensitivität nur bei ca. 14% (Gookin et al., 2004).
     
  • Nachweis nach kultureller Anreicherung
    Mit einem kommerziell erhältlichen Kultursystem („InPouch TF“, das bisher zur Überwachung von Stieren eingesetzt wird) lässt sich die Sensitivität gegenüber dem Nativpräparat erhöhen. Voraussetzung ist jedoch ein ganz frischer Kot und eine tägliche mikroskopische Kontrolle während der langen Kulturzeit von 10-12 Tagen.
     
    Aufgrund der deutlichen Nachteile der beiden genannten Nachweisverfahren, haben wir uns dazu entschlossen, ein Real-Time-PCR-System zu entwickeln und zu etablieren:
     
  • PCR-Nachweis
    Dreifacher Vorteil gegenüber kultureller Anreicherung + mikroskopischem Nachweis:

    1. Höhere diagnostische Sensitivität bei optimaler Spezifität

    2. Einfachere Präanalytik, da die Erreger-DNA lagerungsstabiler ist als die empfindlichen,
       nur wenige Stunden überlebenden Trophozoiten, deren Vitalität aber für die kulturelle
       Anreicherung absolute Voraussetzung ist

    3. Schnellere Ergebnisse

Ein Übersichtsartikel, der auch Therapieempfehlungen enthält, ist dazu kürzlich in der "Kleintierpraxis" erschienen ( Asisi et al., Kleintierpraxis 53,11 (2008), S. 688-93.

Unsere Empfehlungen zur Diagnose und Therapiekontrolle

Diagnose:
Einsendung einer abgesetzten Kotprobe (Erbsengröße ist ausreichend) oder eines Rektaltupfers für den Erreger-DNA-Nachweis mittels PCR.
Einsendung von 0,5 ml Kulturflüssigkeit zur PCR-Bestätigung des kulturellen Nachweises in der Praxis/Klinik

Therapiekontrolle:

  1. PCR-Kontrolluntersuchung 1- 2 Wochen nach Beendigung der empfohlenen 14-tägigen Therapie (mit Ronidazol)
     
  2. PCR-Kontrolluntersuchung 20 Wochen nach Therapieende

Reduzierte Kosten in Einführungsphase (bis Ende März 2009, Preise auf Anfrage)

PCR-Erstuntersuchung und Therapiekontrolle
PCR-Bestätigung aus Kulturflüssigkeit
PCR-Kombination "Tritrichomonas + Giardia ssp."

 

Diagnose der caninen Hypothyreose

Wie schon in Rundschreiben Nr. 35 vom Juni angekündigt, haben wir aufgrund der Ergebnisse unserer Hypothyreose-Studie (Publikation in Vorbereitung) Änderungen in den betreffenden Untersuchungsprofilen vorgenommen:

  1. Hund Altersvorsorge: cT4 ist durch cTSH ersetzt, da dies eine höhere diagnostische Sensitivität besitzt
     
  2. Hund Schilddrüse: Enthält zusätzlich den cT4/cTSH-Quotienten, der die höchste diagnostische Sensitivität und Spezifität aufweist
     
  3. Hund Schilddrüse 1 (mit fT4, Cholesterin und K-Wert) ist gestrichen, ebenso die fT4-Einzel-bestimmung, da fT4 gegenüber cT4 keine signifikant höhere diagnos-tische Relevanz besitzt

Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem Ersatz des T4 durch cTSH beim Hypothyreose-Screening zeigen den diagnostischen Nutzen dieser Entscheidung: Die relativ hohe Zahl der - aufgrund des früheren T4-Screening - Hypothyreose-verdächtigen aber dann durch weiterführende Diagnostik als nicht primär schilddrüsenkrank eingestuften Fälle hat durch das "TSH-Screening" deutlich abgenommen.

Bei Therapiekontrollen hypothyreoter Hunde bitten wir diese Fragestellung anzugeben, da sich der optimale therapeutische Bereich für cT4 und cTSH von dem betreffenden Referenzbereich gesunder Tiere deutlich unterscheidet.

 

 

Nt-proBNP zur Frühdiagnose und Bestätigung von Herzerkrankungen bei Hund und Katze

Nachdem auch für die Katze ein Nt-proBNP-Test verfügbar ist, haben wir die Bestimmung des Troponin I gänzlich eingestellt. Das Nt-proBNP besitzt sowohl beim Hund wie bei der Katze nach den bisherigen Daten eine deutlich höhere diagnostische Sensitivität zur Frühdiagnostik einer Herzinsuffizienz als das Troponin I, so dass wir uns auf die Bestimmung des natriuretischen Peptids als optimalen kardialen Biomarker konzentrieren wollen.

Wichtige Änderung zur Präanalytik: Nach unseren Untersuchungen ist als Probenmaterial (im Gegensatz zu den Angaben des Kitherstellers) weder Serum noch EDTA-Plasma über 24 h bei Raumtemperatur ausreichend stabil, weswegen wir vorläufig die Einsendung von gefrorenem Serum dringend empfehlen.

 

 

MDR 1-Gentest: Nicht mehr bei ALOMED durchführbar

Wegen exklusiver Lizenzrechte für ein Labor in Gießen, in Zusammenhang mit der bevorstehenden Patenterteilung durch das europäische Patentamt, müssen wir leider die Diagnostik des MDR1-Defektes beim Hund einstellen.
Nähere Infos und Auftragsformular: www.uni-giessen.de/mdr1defekt