Juli 2008

Rundschreiben Nr. 35

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Ergebnisse der ALOMED-Umfrage:
„Praxislabor und externes Labor“

Arbeitstägliche Richtigkeitskontrolle mit Kontrollmaterial
an nur 1 von 33 Praxisgeräten?

Mit unserem Rundschreiben Nr. 34 hatten wir sie um die Beurteilung unserer Dienstleistungen und um Informationen zur Verwendung praxiseigener Geräte (Art, Einsatzhäufigkeit, Qualitätskontrolle, Anschaffungsgründe) gebeten.
Leider erhielten wir nur 20% Rücksendungen, sodass unsere Auswertung nur einen groben Eindruck vermitteln kann:

  • 43% der Praxen verwenden keine Analysengeräte und beabsichtigen dies auch in Zukunft nicht („ALOMED deckt mein Anforderungsprofil vollständig ab“)
  • Mit unserem Service besteht eine weitgehende Zufriedenheit, von 17% der Praxen wird die elektronische Befundübermittlung als verbesserungswürdig angesehen
  • 57% verwenden im Praxislabor ein klinisch-chemisches Gerät, wiederum 2/3 davon zusätzlich auch ein Hämatologie-Gerät
  • Hauptanschaffungsgründe sind Notfälle und Schnelligkeit der Resultate
  • Nur bei 3% aller Geräte wird eine arbeitstägliche Qualitätskontrolle mit Kontrollserum, bzw. Kontrollblut durchgeführt
  • An 85% der Geräte werden maximal 5 Patientenproben pro Tag gemessen

Wir bedanken uns bei allen Rücksendern für ihre Mitarbeit und sind auch weiterhin offen für Anregungen und Kritikpunkte.

Aus den vorliegenden Daten kristallisiert sich für uns ein kritischer Punk heraus:

Praxislabors, die heute Analysengeräte einsetzen, tun dies weitgehend ohne eine wirksame, arbeitstägliche Qualitätskontrolle mit Kontrollserum oder Kontrollblut.

Ein Beispiel, das die Folgen solcher Bedingungen widerspiegelt:
Unlängst wurden unsere Thrombozytenwerte als viel zu niedrig kritisiert, weil die in der Praxis ermittelten Werte wesentlich höher lägen. Es stellte sich heraus, dass mit der reinen Spüllösung (=Leerwert) schon eine Thrombozytenzahl von 1100 X 109/l gemessen und in dem von uns zur Verfügung gestellten Kontrollblut mit einem Sollwert von 484 ein Resultat von 1318 (also fast das dreifache) ermittelt wurde! Auch andere Parameter wie Erythrozytenzahl und Hämatokrit waren außer Kontrolle.

Sicher spielen die zu geringen labormedizinischen Fachkenntnisse und Erfahrungen in der Tierarztpraxis beim Zustandekommen solcher "Resultate" eine Rolle. Andererseits passen aber die erforderlichen Ausgaben für ein Mindestmaß an labormedizinischer Qualitätskontrolle offenbar auch nicht in die Verkaufsstrategie der meisten Gerätefirmen. Sie werden daher selten angesprochen und in die Kostenkalkulation einbezogen.

Genauso wie bei ALOMED führt auch im kleinen Praxislabor die fachgerechte Qualitätskontrolle zu spürbaren Zusatzkosten. Je kürzer die Serienlänge pro Analyse, desto höher sind die Zusatzkosten: Bei 2 Kontrollproben pro Tag und Parameter (je eine Qualitätskontrolle im normalen und pathologischen Bereich) und einem durchschnittlichen Probenaufkommen von 5/Tag verteuern sich allein die Reagenzkosten pro Patientenprobe um 40%!

Neben gewichtigen anderen Gründen – wie dem begrenzten Analysenspektrum, aber mindestens doppelt so hohen Laborkosten im Vergleich zum externen Labor - sind es auch die mit der fachgerechten Qualitätskontrolle verbundenen hohen Zusatzkosten, die 43% unserer Kunden mit Recht von der Anschaffung eigener Laborgeräte abhalten.

Das Angebot für Vergleichsmessungen halten wir gerne aufrecht, da es die einzige Möglichkeit ist, eine Vergleichbarkeit zwischen Praxis- und ALOMED-Werten zu erreichen.

Bei der elektronischen Befundübermittlung (LDT-Befunde) haben wir die Qualität und Schnelligkeit verbessert und können jetzt auch Easy-Vet-Kunden einbeziehen.


Neue Publikation erschienen

Tierärztlichen Praxis (Ausgabe Kleintiere) 36 (1): 35-41, 2008

Durch Vektoren übertragene Infektionskrankheiten
als Auslöser von Arthritiden beim Hund

Borreliose und Anaplasmose sind als Auslöser von Arthritiden beim Hund beschrieben. Für eine Leishmaniose gibt obige Publikation durch den Leishmanien-DNA-Nachweis in der Synovia einen starken Hinweis auf einen solchen Zusammenhang.

Zum Nachweis/Ausschluß einer Arthritis und zur Differenzierung zwischen möglicher infektiöser und autoimmuner Ursache empfehlen wir unser Profil „Reaktive Arthritis, Rheumatoide Arthritis, SLE“ (siehe Formular "Anämie und Infektionskrankheiten Hund") in Verbindung mit dem PCR-Nachweis von potentieller Erreger-DNA (Anaplasma, Borrelia, Leishmania) in der Synovia.


Neue Auflage des Untersuchungsformulars

Anfang Juni ist eine Neuauflage unseres Untersuchungsformulars erschienen, das folgende Änderungen im Untersuchungsprogramm (wirksam ab 1. Juli) enthält:

  • Schilddrüsenhormone Hund: Aufgrund der Ergebnisse unserer Hypothyreose-Studie (Publikation in Vorbereitung) haben wir 3 Änderungen vorgenommen:
    1. Hund Altersvorsorge: cT4 ist durch cTSH ersetzt, da dies eine höhere diagnostische
      Sensitivität besitzt
    2. Hund Schilddrüse: Enthält zusätzlich den cT4/cTSH-Quotienten, der die höchste
      diagnostische Sensitivität und Spezifität aufweist
    3. Hund Schilddrüse1 (mit fT4, Cholesterin und K-Wert) ist gestrichen, ebenso die fT4-
      Einzel-bestimmung, da fT4 gegenüber cT4 keine signifikant höhere diagnostische
      Relevanz besitzt
       
  • Hund Pankreas: Neues Profil mit TLI, Amylase und Lipase
     
  • PKD-Gentest: Neu aufgenommen; zur Erkennung der Polycystic Kidney Disease bei Perserkatzen
     
  • Preisanhebungen: Bei klinisch-chemischen Einzelwerten, aufwendigen manuellen Verfahren von Urin-, Kot- und Hormonuntersuchungen und Profilen mit verteuerten einzelnen Parametern