Neue
Publikation erschienen

In der aktuellen April/Mai-Ausgabe der Tierärztlichen Praxis
(Ausgabe Kleintiere; 35:129-136, 2007) ist diese Arbeit erschienen,
die die Ergebnisse unserer von April 2005 bis Mai 2006 durchgeführten
Studie enthält.
Unsere wichtigsten Erkenntnisse daraus sind:
- Wir konnten keine autochthonen Ehrlichia canis - Infektionen nachweisen
(alle 38 komplett dokumentierten Fälle waren Import- oder Reisehunde)
- Demgegenüber tritt die Anaplasma phagozytophilum - Infektion
überwiegend als einheimische Ehrlichiose auf (34 der 43 komplett
dokumentierten Fälle hatten Deutschland oder die Schweiz nie
verlassen)
- Klinisch unterscheiden sich beide Infektionen hauptsächlich
durch die bei der Anaplasmose in 2/3 der Fälle vorkommenden neurologischen
und arthritischen Symptome
- Der PCR-Nachweis von Ehrlichien-DNA aus EDTA-Blut ist zum Nachweis
einer Ehrlichiose oder Anaplasmose im Anfangs- oder Akutstadium, bei
reaktivierten Infektionen und als Therapiekontrolle das labordiagnostische
Mittel der Wahl. Der große Vorteil unserer PCR ist,
dass wir in einem Ansatz alle drei relevanten Erreger – Anaplasma
phagozytophilum, Ehrlichia canis und Anaplasma platys - nachweisen
können.
Aktuell finden wir seit Ende April gehäuft akute Anaplasmosen
bei Hunden aus der Region Bodensee/Hochrhein/Oberrhein mit Fieber, Lethargie,
Anorexie, Anämie, Neutropenie und Thrombopenie, die teilweise dolente
Gelenke oder neurologische Symptome zeigen und PCR-positiv sind, mit
vielfach positiven IgM- aber negativen IgG-Titern.
Neuer Anämieparameter:
Retikulozyten-Differenzierung und Knochenmarksaktivität
Retikulozyten sind unreife, aber schon kernlose Erythrozyten, deren
Kernüberreste, die sogenannte ‚Substantia reticulo granulo
filamentosa’ (vermutlich ribosomale RNA) mittels Spezialfärbung
sichtbar gemacht werden können und damit die Erkennung und Quanti-fizierung
der Retikulozyten ermöglichen. Die Retikulozyten werden aus dem
Knochenmark in das periphere Blut freigesetzt und ihre Zahl kann v.a.
bei Hund, Katze, Schwein und Ziege, und bei niedriger Konzentration
auch bei Rind, Schaf und Pferd, zur Differentialdiagnose einer Anämie
herangezogen werden.
In der Veterinär-Hämatologie ist bei Anämien die Bestimmung
der Retikulozyten-Zahl bisher das einzige Maß zur Beurteilung
der Regenerationsfähigkeit des Knochenmarks (KM).
Durch den Erwerb eines neuen, innovativen Hämatologie-Systems
sind wir in der Lage, Ihnen neben einer gerätebasierten präzisen
Bestimmung der Retikulozyten-Zahl nun auch eine Differenzierung der
Retikulozyten anzubieten. Durch eine fluoreszenzoptische Messung werden
die Nukleinsäure-Reste der Retikulozyten dabei quantifiziert und
dann in Gruppen unterschiedlicher Reifestufen unterteilt. Je höher
der Anteil der jungen Zellen (IRF) ist, desto höher ist die KM-Aktivität.
Diese Beurteilung der KM-Aktivität aufgrund der Retikulozyten-Differenzierung
geben wir zusätzlich zu der absoluten Retikulozyten-Zahl auf dem
Befund an.
Auf dem neuen Untersuchungsformular (4/07) gibt es jetzt (im Abschnitt
Hämatologie, S. 2) den neuen Parameter: Retikulozyten-Zahl + KM-Aktivität.
Bestätigung und Frühdiagnose
von Herzerkrankungen:
Troponin I und Nt-proBNP
Seit 2004 haben wir die Bestimmung des Myokardmarkers Troponin I bei
Hund und Katze in unser Untersuchungsprogramm aufgenommen, gestützt
auf Untersuchungen der Arbeitsgruppe von Prof. Oechtering aus der Kleintierklinik
der Universität Leipzig. Es ist auch Bestandteil unseres erweiterten
Altersvorsorgeprofils.
Das anfänglich von uns verwendete Nachweisverfahren haben wir
nach mehrmonatiger Prüfung nun durch ein wesentlich sensitiveres
ersetzen können (Troponin I sensitiv), so dass wir diesen Parameter
für die nichtinvasive myokardiale Diagnostik bei Hund und Katze
empfehlen können. Wir mussten jedoch eine Preiserhöhung vornehmen.
Zusätzlich zum Troponin I steht mit dem Nt-proBNP-Test ein speziell
für die Frühdiagnostik von Herzerkrankungen beim Hund entwickeltes
und validiertes Verfahren zur Verfügung. Auch bei asymptomatischen
Hunden (z.B. Hunden mit Rasseprädisposition) können erhöhte
Konzentrationen dieses natriuretischen Peptids aus dem Herzmuskel im
Serum gefunden werden und erste Hinweise auf eine Kardiomyopathie geben.
Streichungen im Analysenprogramm
Elastase: Wir konnten bisher keine über das
Chymotrypsin hinausgehende diagnostische Relevanz dieses Kotparameters
einer exokrinen Pankreas-Insuffizienz erkennen.
SDH (Sorbit-Dehydrogenase): Wegen nicht mehr erhältlicher
Reagenzien für diesen leberspezifischen Parameter beim Pferd müssen
wir leider die Bestimmung einstellen.
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