Februar 2007

Rundschreiben Nr. 32

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Die Bedeutung des Inulin-Ausscheidungstestes
für die
Nierenfrühdiagnostik beim Hund

Die aus unseren laufenden Inulin-Anforderungen durchgeführten Kreatinin-Vergleichsmessungen bei 211 Hunden mit klinischem Nephrose-Verdacht zeigen folgende Resultat-Konstellationen:

  • Bei 63 von 211 Fällen (30 %, 3. Säule) muss trotz normalem Kreatinin eine eingeschränkte Nierenfunktion aufgrund des Inulinwertes angenommen werden
     
  • 75 Fälle (36 %, 2. Säule) zeigen übereinstimmend erhöhte Kreatinin- und Inulin-Resultate
     
  • 72 Fälle (34 %, 1.Säule) zeigen übereinstimmend normale Kreatinin- und Inulin-Resultate
     
  • In nur 1 Fall (4. Säule) kann ein erhöhtes Kreatinin (158 µmol/l) mit dem Inulin-Ausscheidungstest (58 mg/l) nicht bestätigt werden.

    Dabei handelte es sich um eine 62 kg schwere Dogge, bei der - aufgrund des hohen
    Gewichts - eben auch ein erweiterter Referenzbereich des Kreatinins bis ca. 162 µmol/l
    zu berücksichtigen wäre (nach der Faustformel 100 + KGW in kg, siehe Rundschreiben Nr. 25).

Diese Ergebnisse untermauern die Bedeutung des Inulin-Ausscheidungstests beim Hund zur Früherkennung, aber auch zum Ausschluss einer Nierenfunktionsstörung:

  • bei normalem Kreatinin, aber nephroseverdächtigen Symptomen und zur Abgrenzung einer nephrosebedingten PU/PD von anderen Ursachen
     
  • bei erhöhtem Kreatinin großer Rassen, oder generell einem Körpergewicht über ca. 40 kg
     
  • vor und während des Einsatzes nephrotoxischer Medikamente, oder bei Verdacht sekundärer Nierenschäden als Folge anderer Erkrankungen (z.B. Leishmaniose).

Nähere Informationen und Angaben zur Durchführung, Kosten etc. finden Sie auf unserer Homepage, im ALOMECUM, oder erhalten Sie auf Wunsch gerne per Post oder Fax übermittelt.

 

Aktualisierung unseres Untersuchungsprofils zur Arthritis-Diagnostik

Da in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Fällen auf einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer chronischen Infektion mit Anaplasma phagozytophilum (Anaplasmose) und einer „reaktiven Arthritis“ hinwiesen, haben wir unser Untersuchungsprofil für die Komplettabklärung „Reaktive Arthritis, Rheumatoide Arthitis, SLE“ entsprechend aktualisiert.

Neben den Nachweisen von Borrelia burgdorferi (s.l.)-Antikörpern (IgM/IgG) mittels Westernblot, von Rheumafaktoren (Waaler-Rose-Test) und von Antinukleären Antikörpern (ANA) kann nun in diesem Profil als 4. Untersuchung zwischen dem Nachweis von Anaplasma phagocytophilum-Antikörpern (IgM/IgG) und dem Borrelien-DNA-Nachweis im Urin oder Gewebe/Synovia gewählt werden.

Der günstige Screening-Preis bleibt unverändert und gilt für beide Varianten.

Als Material für diese Komplettabklärungen benötigen wir 0,5 ml Serum (und ggfls. Urin oder Hautstanze/Synovia).


 

Publikation zur Diagnostik der caninen Babesiose erschienen

Im Dezember 2006 ist diese Publikation im Schweizerischen Archiv für Tierheilkunde (SAT) erschienen. An Hand von 7 dokumentierten Babesiose-Fällen (darunter 1 autochtonen Fall aus dem Raum Schaffhausen) können wir zeigen, dass man sich bei der Babesiose-Diagnostik nicht allein auf den Antikörper-Nachweis im Serum und den mikroskopischen Erregernachweis im frischen Blutausstrich verlassen darf. Das Mittel der Wahl zum Nachweis einer Babesien-Infektion im Anfangs- oder Akutstadium ist der PCR-Nachweis von Babesien-DNA aus EDTA-Blut.