April 2005

Rundschreiben Nr. 26

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7. Radolfzeller Kolloquium „Klinik und Labor“

... am Samstag 28. Mai 2005, 15-19 Uhr (anschließend gemeinsames Abendessen).
Unser dieses Jahr wieder stattfindendes Kolloquium hat 3 Themenschwerpunkte auf unseren Spezialgebieten Nierenfrühdiagnostik, Endokrinologie und Infektionsdiagnostik mit folgenden 6 Vorträgen:

  • Was sagen uns Nierenwerte wirklich?
    Nieren(früh)-Diagnostik bei Hund und Katze anhand von Fallbeispielen
    Dr. Markus Haller, Kleintierpraxis HallMa, Boniswil (Schweiz)
  • Erniedrigtes canines T4 = Hypothyreose?
    Überraschende Ergebnisse einer multizentrischen Hypothyreose-Studie
    Dr. Werner Müller, Labor ALOMED
  • Leishmaniose und Ehrlichiose auch in Deutschland und der Schweiz?
    Bedeutung und Ausbreitung vektorassoziierter Infektionserkrankungen
    Dr. Rainer Oehme, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (Stuttgart)
  • Borreliose, Ehrlichiose und Leishmaniose beim Hund
    Fallbeispiele aus der Praxis
    Steffen Sum, Medizinische Kleintierklinik der Lmuss München
  • Anämie – wie finde ich die Ursache?
    Aufarbeitung eines außergewöhnlichen Falles
    Thomas Rieker, Kleintierpraxis Ravensburg
  • Serologie oder PCR?
    Mode und Konzepte in der Infektionsdiagnostik
    Dr. Daniel Schaarschmidt, Labor ALOMED

Labor-Kurs für Helferinnen

Aufgrund großer Nachfrage möchten wir dieses Jahr wieder einen Labor-Kurs für Ihre Helferinnen anbieten.
Dieser findet am Samstag, 11. Juni 2005, 15-18 Uhr, im Labor ALOMED statt.
Der Kurs behandelt grundlegende Fragen der Präanalytik (Probengewinnung, Aufarbeitung und Vorbereitung für den Versand), wird aber auch Teile der praktischen Labor-Ausbildung auffrischen, bzw. vertiefen.
Wir bitten um Anmeldung bis 28. Mai, Unkostenbeitrag: 15,- EUR bzw. 25,- SFr.
Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt.

Neues von der Borreliose-Diagnostik

Seit einiger Zeit gibt es in der Borreliose-Diagnostik beim Mensch eine Diskussion über die Rolle eines neuen Borrelien-Antigens. Dieses sogenannte VlsE-Antigen, ein Oberflächenprotein findet sich in den Borrelien nur in vivo, d.h. wenn sie sich im Säugetier, oder einer Zecke befinden, nicht aber, wenn sie in einer Zellkultur angezüchtet wurden. Aus diesem Grunde wurde es auch erst kürzlich entdeckt.
VlsE ist in der Humandiagnostik als ein guter diagnostischer Marker beschrieben, insbesondere dann, wenn ein Antigen-Gemisch aller Genospezies verwendet und es im Westernblot zusätzlich zu den bisher bekannten hochspezifischen Borrelien-Antigenen eingesetzt wird.

Seinen Niederschlag hat diese Entwicklung auch in der Veterinärdiagnostik gefunden. Es werden Praxistests angeboten, die ausschließlich mit einem von diesem Antigen abgeleiteten, synthetisch hergestellten Peptid (mit der Bezeichnung „C6“) arbeiten und damit „Lyme-positive Hunde identifizieren“ wollen.

Mit einer Antikörper-Bestimmung kann in der Borreliose-Diagnostik jedoch nur der Kontakt des Tieres zu dem Erreger nachgewiesen werden, die Diagnosestellung Borreliose’ ist allein serologisch nicht möglich. Dies ist unabhängig von Art und Zusammensetzung der in dem Test verwendeten Antigene, denn diese Tests sind und bleiben indirekte Verfahren. Ein Ergebnis „Lyme-“ oder „Borreliose-positiv“ aufgrund eines Antiköpertestes ist also in der Borreliose-Diagnostik genauso wenig wie in der FIP-Diagnostik zu erhalten.

Zusätzlich bestehen gravierende Unterschiede zwischen den verfügbaren Verfahren in deren diagnostischer Sensitivität und Spezifität des Nachweises Borrelien-spezifischer Antikörper. Aus diesem Grunde führen wir seit 5 Jahren nur noch den rekominanten Westernblot als Erstuntersuchung durch. Ob und inwieweit die Hinzunahme des VlsE-Antigens bei der AK-Bestimmung mittels Westernblot beim Hund von diagnostischem Nutzen sein kann, ist bisher noch nicht bekannt. Wir haben dazu eine Untersuchung begonnen und werden Ihnen auf unserem Kolloquium am 28. Mai dazu erste Ergebnisse liefern können.


Fragen und Antworten zum Inulin-Ausscheidungstest

Muss Hund oder Katze bei Durchführung des Testes nüchtern sein?
Ja, dies ist sowohl für die Analyse der Inulin-Konzentration als auch für die Beurteilung der erhaltenen Messwerte wichtig, da die Referenzwerte unter diesen Bedingungen ermittelt wurden.
Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass das Tier nicht dehydriert ist, also freien Zugang zur Wasseraufnahme hat.

Ist der Test auch unter Sedation des Tieres durchführbar?
Falls eine Sedation nicht zu umgehen ist, sollten Medikamente ohne, oder mit geringer blutdrucksenkender Wirkung verwendet werden. Bisher gibt es keine Studien, die den Narkose-Effekt auf die Inulin-Clearance an demselben Tier untersucht haben (von M. Haller et al. wurden alle Untersuchungen ohne Sedation durchgeführt). Bei unter Sedation/Narkose erhaltenem grenzwertigen Inulin ist die Interpretation daher unsicher, bei normalen oder eindeutig erhöhten Werten sollte die Interpretation jedoch nicht in Frage gestellt sein.

Informationen zur Indikation, Präanalytik und Durchführung dieses Testes der Nierenfrühdiagnostik erhalten Sie in unserem ALOMECUM. Die Originalpublikationen können Sie gerne bei uns anfordern.


Altersvorsorge bei Hund und Katze

Wartezimmer-Poster und Besitzer-Infos zu dem Untersuchungsprofil 'Altersvorsorge’ (siehe Untersuchungsformular 10/04) können weiterhin bei uns angefordert werden.
Ein Laborvorsorgepass wird zu jedem Befund eines Altersvorsorge-Profils ausgestellt.