Parathormon (PTH)
Indikation
- Differentialdiagnose einer Hyper- oder Hypocalcämie
- Therapie-Kontrolle der Calcitriol-Therapie bei Niereninsuffizienz
Erniedrigt bei:
- Entfernung, Verletzung oder Atrophie der Parathyreoidea (Hypoparathyreoidismus)
- Nicht-Parathyreoidea assoziierte Hypercalcämie, bei Tumoren
wie z.B. Lymphom, Lymphosarkom, Multiples Myelom, Plasmozytom, Adenokarzinom
des Analbeutels
- (PTH-Werte können hier auch im unteren Drittel des Referenzbereiches
liegen)
- ·Hypervitaminose D
Erhöht bei:
- Adenom der Parathyreoidea (primärer Hyperparathyreoidismus)
- Renal- oder ernährungsbedingte Hypocalcämie (sek. Hyperparathyreoidismus)
- Calcium-Defizit während des Wachstums
- Hypovitaminose D
Referenzbereiche
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Hund: |
8-45 pg/ml (bei Welpen unter 10 Monaten sind Werte
bis über 60 pg/ml möglich) |
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Katze: |
3-22 pg/ml |
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Pferd: |
6-65 pg/ml (vorläufiger Richtwert) |
Präanalytik
PTH (von Hund, Katze, Pferd) ist bei Raumtemperatur höchst instabil,
sodass das Serum deshalb entweder gefroren oder stabilisiert verschickt
werden muss. Wir empfehlen die Verwendung unserer PTH-Stabilisator-Röhrchen,
die einen normalen, ungekühlten Postversand erlauben. Es wird 0,5
ml Serum benötigt, das 15-30 Minuten nach Blutentnahme gewonnen
und in das Stabilisatorröhrchen gegeben werden muss (nähere
Beschreibung siehe unter Präanalytik im ALOMECUM).
Validierungsstand (Hund)
Von ALOMED wurde 1994 ein kommerziell erhältliches Verfahren
(Intakt PTH, Nichols Institute Diagnostics) für die Anwendung beim
Hund labormedizinisch evaluiert und validiert. Dieses Verfahren erfasst
das intakte PTH von Hund, Katze und Pferd mit einer unteren Meßgrenze
von 2 pg/ml und ist damit geeignet, auch erniedrigte PTH-Konzentrationen
sicher nachzuweisen.
Beurteilung (Hund)
PTH-Werte unter 8 pg/ml sind verdächtig für das Vorliegen:
- eines primären Hypoparathyreoidismus (idiopathisch oder
iatrogen), sofern:
- eine Hypocalcämie vorliegt (wenn ionisiertes Calcium, Cai kleiner
1,2 mmol/l)
- einer Hypervitaminose D, sofern:
- eine Hypercalcämie und zumeist Hyperphosphatämie vorliegt
- und Calcidiol erhöht ist
PTH-Werte über 45 pg/ml sprechen für:
- einen primären Hyperparathyreoidismus, sofern der Patient
über 12 Monate alt ist,
- eine Hypercalcämie (Cai größer 1,6 mmol/l) vorliegt
- und eine (chronische) Niereninsuffizienz ausgeschlossen ist
- einen sekundären, renalen Hyperparathyreoidismus, sofern:
- eine Niereninsuffizienz mit zumeist einer Hyperphosphatämie
(> 1,6 mmol/l) vorliegt
(nur in wenigen Fällen ist hier bei Hund und Katze das ionisierte
Calcium erhöht)
- einen sekundären, ernährungsbedingten Hyperparathyreoidismus,
sofern:
- eine Hypocalcämie (Cai<1,2 mmol/l) und meist Hyperphosphatämie
(>1,6 mmol/l) vorliegt
- und Calcitriol erhöht ist (>250 pmol/l)
- eine Hypovitaminose D, sofern:
- eine Hypocalcämie und Hypophosphatämie (bei Hyperphosphaturie)
vorliegt
- und Calcitriol erniedrigt ist (< 50 pmol/l)
Differentialdiagnostische Aspekte zur Abklärung einer Hypercalcämie
beim Hund unter Einbeziehung des PTHrP (Parathormon related Protein)
Bei Vorliegen einer erhöhten Gesamtcalcium-Konzentration (gCa,
größer 2,9 mmol/l) ist zur Bestätigung des Hypercalcämie-Verdachtes
zuallererst eine Bestimmung des ionisierten Calciums (Cai) anzuraten,
unter Beachtung einer speziellen Präanalytik (siehe Diagnostik-Information
Nr. 10, ALOMECUM).
Bei erhöhtem ionisiertem Calcium (größer 1,6
mmol/l) kommen folgende Differential-Diagnosen in Betracht, die - bei
Ausschluss einer (chronischen) Niereninsuffizienz - mit der zusätzlichen
Bestimmung von PTH und PTHrP unterschieden werden können (siehe
Profil „Hund/Katze Hypercalcämie“):
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Diagnose |
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Typische Konstellation |
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PTH-unabhängige Neoplasie(Lymphom, Lymphosarkom,
Multiples Myelom, Plasmozytom, Analbeutel-Adenokarzinom) |
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PTH: niedrig normal bis erniedrigt
PTHrP: erhöht |
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Primärer Hyperparathyreoidismus |
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PTH: erhöht
PTHrP: nicht nachweisbar |
Probenmaterial: 2 x 0,5 ml stabilisiertes Serum für die
Bestimmung von PTH und PTHrP |