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FSME-Seroprävalenz beim Hund in DeutschlandVortrags-Abstract der 9. InnLab-Jahrestagung, 6.-8.
April 2000 in München ALOMED Analytisches Labor Dr. Werner Müller, D-78315 Radolfzell/Bodensee W. Müller Die Zeckenenzephalitis (FSME, TBE) ist eine virale Zoonose, die durch infizierte Zecken, in Mitteleuropa in der Regel durch Ixodes ricinus (Holzbock), übertragen wird. Das TBE-Virus ist der mitteleuropäische Subtyp des TBEV (Tick-borne Encephalitis-Virus, Familie Flaviviren). Viele Tierspezies sind für das TBEV empfänglich, aber hauptsächlich kleine Nagetiere mit kurzer Generationsdauer haben eine wesentliche Bedeutung als Reservoir-Wirte. Befinden sie sich nach einer Infektion selbst in der virämischen Phase, können sie das Virus an blutsaugende Zecken übertragen. Rinder, Ziegen und Schafe können das Virus mit der Milch ausscheiden. Für die meisten Wirtstiere – hauptsächlich Kleinsäuger wie Mäuse und Igel, aber auch für Fuchs, Rehwild und Vögel - ist das Virus apathogen. Für das Pferd und den Hund wurde die Viruspathogenität jedoch definitiv nachgewiesen. So datiert die erste Fallbeschreibung einer Zeckenenzephalitis beim Hund bereits aus dem Jahre 1972 aus der Schweiz (1). Bei diesem Hund aus Hallau (Kanton Schaffhausen), konnte aus dem Gehirn das TBE-Virus isoliert werden. Bis zu Beginn unserer serologisch-epidemiologischen Pilotstudie im Mai 1993 gab es lediglich 2 weitere Fallbeschreibungen aus der Schweiz, jedoch keine systematische klinische oder epidemiologische Studie. Im Oktober 1993 erschien dann eine erste klinisch-neurologische Studie beim Hund (5 Fälle) aus dem Institut für Tierneurologie der Universität Bern (2). In Deutschland haben wir 1997 die Ergebnissse unserer seroepidemiologischen Untersuchungen, einschließlich einer Impfstudie vorgestellt (3) und 1998 wurde ein erster klinischer Fallbericht aus der 1. Medizinischen Tierklinik der Universität München publiziert (4). Im Gegensatz zur Borreliose des Hundes, deren Prävalenz offenbar
im wesentlichen die Zecken-Populationsdichte widerspiegelt, zeigt die
TBE beim Hund ein signifikantes Süd-Nord-Gefälle. Von 1993,
dem Beginn unserer sero-epidemiologischen Untersuchungen bis 1999 hatten
wir bei insgesamt ca. 1000 aus Deutschland angeforderten TBEV-Antikörper-Bestimmungen
keinen einzigen klinischen TBE-Verdachtsfall nördlich der Linie
Trier-Heidelberg-Nürnberg, bei dem auch eine 'importierte’
Infektion durch einen Aufenthalt in südlichen Endemie-gebieten
ausgeschlossen werden konnte. Unsere Untersuchungsresultate lassen folgende Schlussfolgerungen zu:
Dr. W. Müller, Labor ALOMED, Postfach 1440, 78304 Radolfzell/Bodensee, wmueller@alomed.de |