Diagnostika-Entwicklung
und -Validierung
bei ALOMED
Seit Bestehen von ALOMED haben wir uns, insbesondere auf den Gebieten
der Infektionskrankheiten, der Endokrinologie und der Spezialanalysen
für die Entwicklung und Validierung von neuen Nachweis- und Testverfahren
und deren klinische Validierung engagiert.
Bei den Infektionskrankheiten ist es unser Ziel, dort serologische
Testverfahren einzuführen, wo ein offensichtlicher veterinärmedizinischer
Bedarf besteht und bisher keine, oder keine geeigneten, methodisch und
klinisch geprüften Verfahren zur Verfügung stehen (FSME/TBE,
Borreliose).
Für die Borreliose-Diagnostik beim Hund haben wir 2000/2001die
Eignung der bisher von den Veterinärlabors zum Antikörper-Screening
eingesetzten ELISA- und IFT-Verfahren geprüft. Wir mussten ihre
mangelhafte analytische und diagnostische Spezifität feststellen
und haben eine Empfehlung zum Einsatz des rekombinanten Westernblot
als Screening-Verfahren herausgegeben (siehe Diagnostik-Informationen
und Indikationsverzeichnis)
Andererseits bemühen wir uns, vor allem dort serologische Tests
mit molekularbiologischen Nachweisverfahren zu ergänzen oder gar
zu ersetzen, wo mit Antikörper-Bestimmungen häufig nicht die
gewünschte Aussage zu erhalten ist (siehe auch Empfehlungen
zur Diagnostik von „Blutparasiten“). Sei es, dass
ein hoher Durchseuchungstiter (Borreliose beim Hund, Leptospirose beim
Pferd, Encephalitozoonose beim Kaninchen), oder ein Impftiter (Leptospirose
beim Hund) die Beurteilung erschwert, oder dass die Serokonversion oft
schwach, oder verzögert verläuft ( siehe Ehrlichiose,
Babesiose).
Das von uns verwendete molekularbiologische Nachweisverfahren ist die
PCR (Polymerase-Kettenreaktion), mit der eine sehr empfindliche Bestimmung
der Erreger-Nukleinsäuren (DNA, RNA) in den jeweiligen Probenmaterialien
gelingt. Bei den Borrelia burgdorferi-Genospezies liegt die Nachweisgrenze
bei 1-3 Genomäquivalenten pro ml Urin. Der Nachweis von DNA im
Urin ist in der Regel beweisend für eine akute Borrelien-Infektion.
Seit April 1999 setzen wir für die Nukleinsäure-Diagnostik
das Verfahren der Real-time PCR auf dem LightCycler System ein, das
eine neue bahnbrechende Technologie in der PCR-Analytik darstellt. Mit
diesem System ist eine wesentliche Steigerung der Spezifität des
DNA-Nachweises über eine zusätzliche Sondenhybridisierung
und eine nach der PCR durchführbare Schmelzpunktanalyse des Amplikons
erreichbar. Zudem ist die Kontaminationsgefahr auf ein Minimum reduziert,
da das System während der Amplifikation und Analyse vollständig
geschlossen bleibt.
Anfang 2005 haben wir eine Studie zur Ehrlichiose beim Hund begonnen,
bei der wir PCR und/oder serologisch positve „Ehrlichiose“-Fälle
klinsch-chemisch analysieren und in Zusammenarbeit mit den behandelnden
Ärzten anhand der Anamnese, der klinischen Symptomatik und des
Therapieverlaufes charakterisieren und einordnen wollen.
Zeitgleich starteten wir eine „Hämobartonellose“-Studie
beim Hund. Mycoplasma-Infektionen bei der Katze sind vielfach beschrieben
und haben ihren festen Platz in der Anämie-Diagnostik. Auch bei
Hunden sind Infektionen beschrieben, ihre Rolle als Primärerkrankung
ist jedoch nicht gesichert. Bei der mikroskopischen Leukozyten-Differenzierung
finden wir seit vielen Jahren – als Zufallsbefund - mikroskopisch-morphologische
Hinweise auf einen Mycoplasma-Befall. Zur Bestätigung eines Infektionsverdachtes
haben wir auch hier den DNA-Nachweis mittels PCR aus EDTA-Blut entwickelt
und validiert. Mit Hilfe dieser molekularbiologischen Methode finden
wir auch beim Hund unterschiedliche Mycoplasma-Spezies und sind nun
sehr daran interessiert, weitere Erkenntnisse über mögliche
Zusammenhänge mit klinischen Erscheinungen dieser Patienten zu
erlangen. Daher verschicken wir auch hier an die behandelnden Ärzte
Anamnese- und Dokumentationsbögen.
Auf dem Gebiet der Endokrinologie liegt der Schwerpunkt unserer Projekte
auf der Diagnostik der Proteohormone Parathormon (PTH) und Adrenocorticotropes
Hormon (ACTH)
und der Schilddrüsenhormone cT4, cTSH und fT4.
Die beiden Proteohormone PTH und ACTH zeichnen sich bei Hund und Katze
durch eine große Lagerungsinstabilität (aufgrund proteolytischem
Abbaus) aus, wodurch ein massives präanalytisches Problem besteht.
Behandelt man das Probenmaterial für diese Bestimmungen ohne besondere
Vorkehrungen, wie man es z.B. für die Schilddrüsenhormone
gewohnt ist, sind die Messresultate diagnostisch nicht verwertbar, da
sie durch Abbau stark fälschlich erniedrigt sind. Für beide
Hormone haben wir Stabilisator-Röhrchen entwickelt, mit denen ein
Versand/Transport ohne besondere Vorkehrungen möglich ist (siehe
Präanalytik).
Zur diagnostischen Bedeutung von ACTH und PTH und der Schilddrüsenhormone
cT4, cTSH und fT4 führen wir klinische Studien in Zusammenarbeit
mit Praxen, Kliniken und Universitätsinstituten durch.
Im Bereich der medizinischen Spezialanalytik beschäftigen wir
uns seit einigen Jahren mit der Analytik von Inulin (nach intravenöser
Bolus-Injektion von Inutest®) zur Frühdiagnostik von Nierenfunktionsstörungen
bei Hund und Katze. Zu diesen Untersuchungen wurden wir angeregt durch
die von Dr. Markus Haller an der medizinischen Kleintierklinik der Universität
Zürich 1994 begonnenen Studien zu diesem Thema. Seit 1995 hat sich
daraus eine sehr produktive Zusammenarbeit entwickelt (Publikationen).
Aus diesen genannten Projekten heraus wurden und werden von uns Diagnostik-Empfehlungen
gegeben und zu ausgewählten Parametern ein Indikationsverzeichnis
erstellt.
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