|
DIANGNOSTIK-EMPFEHLUNGEN |
||
|
Fragen und Antworten zur Borreliose-DiagnostikNach der im Mai erschienenen letzten DIAGNOSTIK-Information 8 mit den Empfehlungen zur Borreliose-Diagnostik sind uns zu diesem Thema einige Fragen gestellt worden, von denen wir gerne in diesem Rundschreiben zwei auch schriftlich beantworten möchten (aus Rundschreiben Nr.16) Frage: Warum soll bei einem Borreliose-Verdacht nicht sofort das
sicherste Nachweisverfahren, der DNA-Nachweis mittels PCR eingesetzt
werden? Aus diesem Grunde (des geringen negativen Vorhersagewertes der PCR-Untersuchung) empfehlen wir als Eingangsuntersuchung das von uns geprüfte Westernblot-Verfahren mit rekombinanten Antigenen zum Borrelien-Antikörper(AK)-Nachweis. Mit diesem Verfahren werden die Nachteile der bisherigen serologischen Vollantigen-Tests, die v.a. in der Miterfassung unspezifischer und wenig spezifischer AK begründet liegen, vermieden und sind spezifischere Aussagen möglich. Diese Screening-Untersuchung erlaubt damit auf serologischer Ebene die Beantwortung beider Fragen, nach Bestätigung und Ausschlss der Verdachtsdiagnose Borreliose'. Frage: Wieso werden keine Titer mehr angegeben und wie ist dann ein schwach positives und positives Resultat beim Westernblot zu bewerten? Antwort: Beim Verfahren des rekombinanten Westernblot (WB) steht der Nachweis und die Identifizierung der immunologischen Spezifität der Borrelien-AK im Vordergrund, was diagnostisch den entscheidenden Vorteil ergibt. Ihre gleichzeitige exakte Quantifizierung wäre sicher nützlich, ist aber z. Zt. technisch nicht möglich und hinsichtlich der diagnostischen Relevanz nicht abgeklärt. Bei der Auswertung des WB nehmen wir jedoch eine nach IgM und IgG getrennte halbquantitative Bewertung der nachgewiesenen AK vor (basierend auf Spezifität und Konzentration): In negativ' und grenzwertig' und die 2 positiven Stufen: schwach positiv' und positiv'. Eine Eingruppierung in eine positive Stufe erfolgt nur, wenn gegen mindestens eines der 4 - 5 hochspezifischen B.burgdorferi-Antigene (OspC, p18, p39, p100 und OspA eingeschränkt) Antikörper nachweisbar sind. Als schwach positiv wird bewertet, wenn nur AK gegen 1 hochspezifisches Antigen, oder gegen mehrere, jedoch in geringgradiger Konzentration vorliegen. Das Verfahren des rekombinanten Westernblot erlaubt auch eine Verlaufs- und Therapiekontrolle, die frühestens 6 - 8 Wochen nach Therapiebeginn durchaus sinnvoll ist. Es wird dabei das Bandenmuster und seine Intensität mit dem Vorbefund verglichen und bewertet. |