Allergiediagnostik beim Hund mit PolyCheck®
Atopische
Dermatitis
Allergien manifestieren sich beim Hund zumeist in Form einer chronisch
rezidivierenden Dermatitis, seltener durch Symptome der Luftwege (allergisches
Asthma) oder durch gastrointestinale Beschwerden.
Ursache dieser atopischen Symptomatik ist bei wiederholtem Allergen-Kontakt
(z. B. mit Hausstaubmilben oder Kräuter-/Graspollen) eine überschießende
immunologische Reaktion mit der Produktion von allergenspezifischen
IgE-Antikörpern. Durch den Übertritt dieser Antikörper
in den Blutkreislauf kommt es in Verbindung mit den basophilen Granulozyten
im Blut und gewebeständigen Mastzellen zu lokalen Entzündungsreaktionen.
Zusätzlich können von Allergen-aktivierten T-Lymphozyten
Entzündungsmediatoren ausgeschüttet werden, die ekzematöse
Läsionen verursachen. Diese Entzündungs- und Autoimmunprozesse
führen zur Schädigung von körpereigenem Gewebe, die
durch eine sekundäre Besiedelung mit Bakterien und Pilzen noch
verstärkt werden kann.
Das Auftreten der atopischen Dermatitis resultiert aus einem Zusammenwirken
von genetischer Prädisposition und dem Kontakt zu speziellen,
für das betroffene Tier typischen Allergenen.
Diagnostik der Atopie
Die Atopie ist vorrangig eine klinische Diagnose, gestellt aufgrund
der Anamnese und dem Nachweis einer Reihe klinischer Kriterien, bei
Ausschluss aller Differentialdiagnosen.
Abgesichert werden kann die klinische Diagnose durch Hauttests, oder
durch die Bestimmung von allergenspezifischen IgE-Antikörpern
im Serum.
Die Art und Weise dieser IgE-Antikörper-Bestimmung ist bei den
kommerziellen Testkits nach wie vor unterschiedlich, entscheidet aber
über die analytische und damit diagnostische Spezifität
und Verwertbarkeit der Resultate.
Nur bei Verwendung monoklonaler Nachweisantikörper, wie bei dem
von uns eingesetzten Verfahren von PolyCheck, gelingt ein spezifischer
Nachweis des gesuchten Hunde-IgE (siehe auch folgende Erläuterung).
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Allergenspezifische IgE-Antikörper
und ihr spezifischer Nachweis
Eine intensive serologisch-immunologische Forschung in den
90er Jahren schuf die Grundlage für die heute verfügbaren,
spezifischen Testverfahren beim Hund. In diesen Untersuchungen
konnte gezeigt werden:
a) Experimentell erzeugte Hautreaktionen und
bronchiale Provokation bei allergischen Hunden korrelieren
eng mit dem serologisch bestimmbaren, allergenspezifischen
IgE-Antikörper-Gehalt. Allergenspezifische IgG-Antikörper
gegen die häufigsten Allergene sind dagegen fast bei
jedem Hund vorhanden, ohne jedoch eine entsprechende klinische
Symptomatik auszulösen.
b) Zum spezifischen Nachweis der allergenspezifischen
IgE-Antiköper im Hundeserum eignen sich nur monoklonale
Nachweisantikörper, die erst seit ca. 1995 verfügbar
sind und daher in den schon davor kommerziell angebotenen
Hunde-Allergie-Testsystemen gar nicht eingesetzt werden konnten.
Aber auch heutige Testsysteme, die nicht, oder nicht ausschließlich
diese monoklonalen Nachweisantikörper verwenden, erkennen
neben IgE- auch, oder vorwiegend allergenspezifische IgG-Antikörper.
Dadurch lässt sich deren inzwischen auch in der Literatur
dokumentierte, unbefriedigende analytische und diagnostische
Spezifität und Sensitivität erklären.
c) Der von ALOMED nach eingehender Prüfung
jetzt eingesetzte PolyCheck-Test verwendet einen einzigen
monoklonalen Nachweisantikörper (D9) (Der Praktische
Tierarzt 1998, 79:1, 50-61). Er ersetzt das zuvor verwendete
Testverfahren von Professor de Weck/CMG/Heska, das mit einer
Mischung von 3 monoklonalen Nachweisantikörpern arbeitete,
aber leider nicht mehr erhältlich ist.
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Erweitertes Allergen-Spektrum
Das Patientenserum wird in einer Komplettanalyse auf vorhandene IgE-Antikörper
mit insgesamt 31 verschiedenen Allergenen – 8 davon sind neu
hinzugekommen - teils einzeln, teils in Gruppen getestet:
2 Hausstaubmilben, 3 Speisemilben, Floh, Malassezia*, 4 Schimmelpilze,
6 Gräser, Roggen, Beifuß, Wegerich, Sauerampfer*, Weißer
Gänsefuß*, Brennessel*, Ambrosia*, Glaskraut, Birke, Erle,
Hasel, Platane*, Weide*, Pappel* ( *= neue Allergene).
Nahrungsmittel-Allergene sind nicht enthalten, da hier die pathogene
Rolle der IgE-Antikörper nicht gesichert ist.
Ergebnis-Mitteilung
Durch die Mitführung von 5 Standards wird jeder Test kalibriert
und es wird eine Quantifizierung der nachgewiesenen Antikörper
durchgeführt. Das Test-Resultat teilen wir Ihnen in halbquantitativer
Form mit: Angabe in Konzentrationsklassen von 1 bis 4.
Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
Bei positivem Testresultat sollte mit dem(n) identifizierten Hauptallergen(en)
eine Hyposensibilisierungs-Therapie eingeleitet werden (Ausnahme :
Speisemilben, Floh, Schimmelpilze).
Diese Therapie wird mit hochgereinigten Allergenpräparaten durchgeführt,
die in speziellen Stabili-sationsmedien gelöst und verdünnt
werden, um eine optimale Therapiewirkung zu erzielen.
Die Anfangstherapie mit 3 aufsteigenden Konzentrationen geht über
6 Monate. Die Fortsetzungstherapie, die gerade auch bei Therapieerfolg
unbedingt angeschlossen werden sollte, ist zunächst auch auf
6 Monate bemessen. Sie sollte aber zur Sicherung des Therapieerfolges
mehrere Jahre, evtl. lebenslang fortgeführt werden. Bei zu kurzer
Therapie (z.B. auf Besitzerwunsch, „es geht dem Tier ja wieder
gut“) droht die Gefahr von Rezidiven, bei denen ein erneuter
Therapierfolg wesentlich schwerer zu erzielen ist.
Den Auftrag für Hyposensibilisierungslösungen erteilen Sie
uns mit einem Rezept (auch per Fax), das wir an die Apotheke weiterleiten.
Von dort erhalten Sie direkt die Lösungen innerhalb von ca. 5
Tagen. Die Rechnungsstellung erfolgt über ALOMED.
Erforderliches Probenmaterial
0.3 ml Serum (oder Plasma)
ALOMED 10/2006
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