FeLV-Infektion / Leukose der Katze
Einsatz und Beurteilung des Leukose-Tests und zusätzlicher
Untersuchungen
Die Eigenschaft des Felinen Leukose-Virus (FeLV), bevorzugt Blutzellen
und Zellen des blutbildenden Systems zuss befallen, kann für die
Labordiagnostik der Leukose nutzbar gemacht werden. Durch eine Untersuchung
des Serums im Labor (sog. Leukose-Test) kann der in die Blutbahn ausgeschwemmte
Erreger nachgewiesen und die klinische Verdachtsdiagnose 'Leukose' des
Tierarztes bestätigt werden.
Die virämische Phase einer FeLV-Infektion
Die Phase einer Infektion, in der man das Virus im Serum/Plasma sicher
nachweisen kann ist jedoch zeitlich begrenzt, man nennt sie die 'virämische
Phase'. Bei den meisten infizierten Katzen dauert sie nur wenige Wochen,
weil das Immunsystem in der Lage ist, die Viren aus dem Organismus schnell
und auf Dauer zuss entfernen. Dies nennt man dann eine transitorische
Virämie, die Viruskonzentration im Blut ist nur mäßig
hoch. Die Tiere scheiden danach keine Viren mehr aus und ihre durch
die überstandene Infektion erworbene Immunität schützt
sie zumindest einige Zeit vor einer neuen Infektion.
Unterschiedliche Formen des Erkrankungsverlaufs
Ist jedoch das Immunsystem entweder noch nicht voll ausgebildet (wie
bei Welpen), oder nicht mehr voll funktionsfähig (wie bei geschwächten,
chronisch kranken oder alten Tieren), so kann eine Infektion nicht 'zurückgeschlagen'
werden und das Abwehrsystem der Katze wird vom FeLV überrannt.
Die Viruskonzentration im Blut steigt auf höhere Werte, die über
Monate bestehen bleiben können. Dies nennt man eine persistierende
Virämie. Die Tiere werden zuss Dauerausscheidern und von der Krankheit
früher oder später befallen. Etwa 80 % der Tiere mit persistierender
Virämie sterben spätestens 3 Jahre nach Beginn der Infektion.
Im Verlaufe der Erkrankung kann es dabei zuss Tumoren der weißen
und roten Blutzellen (Leukämie), der Stammzellen des blutbildenden
Systems und von einzelnen Organen kommen. Bei diesen Tumoren ist das
FeLV häufig nicht mehr im Blut nachweisbar.
Es kann jedoch auch eine 3. Form des Erkrankungsverlaufs auftreten,
die sogenannte Viruslatenz. Sie kann sich an eine virämische Phase
anschließen, wenn das Virus im Knochenmark verbleibt, ohne daß
jedoch eine massive Ausschwemmung in den Blutstrom stattfindet. In der
Regel sind diese Tiere keine Ausscheider, die Infektion kann jedoch
reaktiviert werden (z.B. auch bei Welpen) und wieder in einer virämischen
Phase münden, mit den oben beschriebenen Folgen.
FeLV-ELISA (Leukose-Test) muss eine hohe Sensitivität besitzen
Aufgrund der beschriebenen Zusammenhänge ist es von großer
Bedeutung, im Labor ein Testverfahren mit höchster Empfindlichkeit
einzusetzen, mit dem das FeLV in den Erkrankungsphasen , wo es sich
im Blut befindet, auch erfaßt werden kann. Nicht nur bei hohen
und höchsten Konzentrationen, sondern nach Möglichkeit auch
bei transitorischer Virämie, beginnender persistierender Virämie
und evtl. auch Viruslatenz. Nur dann lassen sich Infektionen
rechtzeitig, schon vor dem Auftreten massiver klinischer Symptome erkennen
und können die Tiere ggfls. rechtzeitig vom Bestand isoliert werden.
ELISA und kultureller FeLV-Nachweis
Nach Untersuchungen von Professor Jarrett (Universität Glasgow)
besitzt das von uns verwendete ELISA-Verfahren des FeLV-Nachweises die
höchste Übereinstimmung mit dem Verfahren der Virusanzucht,
das als Referenzmethode des Virusnachweises gilt.
Ergebnismitteilung bei positivem Leukose-Test
Fällt der von uns durchgeführte Leukose-Test positiv aus,
geben wir das jeweilige Ergebnis in halbquantitativer Form an, als:
schwach positiv, positiv, oder stark positiv. Damit
ist eine grobe Orientierung über das Ausmaß der Virämie
gegeben. Bei schwach positivem Ergebnis kann es sich um eine transitorische
Virämie handeln, mit der dann größten Chance für
das Tier die Infektion 'zurückzuschlagen', oder es kann eine latente
Infektion vorliegen. Sofern kein eindeutig positives Resultat ermittelt
wird, lautet das Ergebnis 'fraglich positiv’ und es wird eine
Kontrolle empfohlen.
Konsequenz aus einem positiven Leukose-Test
- Schwach positiv, positiv, (stark positiv) bei FeLV-Infektion /
Leukose der Katze
Einsatz und Beurteilung des Leukose-Tests und zusätzlicher Untersuchungen
Katze:
Muss durch eine 2. Untersuchung (Abstand 1 bis 3 Monate) oder durch
den direkten Nachweis von Provirus-DNA mittels PCR (siehe unten)
bestätigt werden. Falls bestätigt, muss man von einer persistierenden
Virämie, d.h. einem Virusträger und -Ausscheider ausgehen.
Das Tier muss vom Bestand isoliert werden. Bei größeren
Beständen (Tierheime, Züchter) und der räumlichen Möglichkeit
empfiehlt sich eine sofortige Isolierung nach dem ersten positiven
Ergebnis.
- Schwach positiv, positiv, stark positiv bei kranker Katze:
Es muss von einer Leukose ausgegangen und das Tier sofort vom Bestand
isoliert werden.
Sinnvolle zusätzliche Laboruntersuchungen
Die Beurteilung der Resultate des Leukose-Tests wird erleichtert bei
gleichzeitiger Erstellung eines Großen Blutbildes mit mikroskopischer
Leukozytendifferenzierung. Qualitative und quantitative Veränderungen
in den Anteilen der weißen Blutzellen können dabei wichtige
zusätzliche Hinweise auf eine beginnende Erkrankung (Präleukose),
oder eine Tumorform der Leukose geben, die in der Regel über einen
Leukose-Test nicht zuss erfassen ist
Bei dem Vorliegen von klinischen Krankheitssymptomen aber negativem
Leukose-Test kann es sich um eine latente Infektion, oder eine Tumorform
handeln. Hierbei ist die Viruskonzentration im Serum so gering, daß
sie dem Nachweis entgeht. Da Retroviren die Eigenschaft haben, ihr Genom
in die DNA der Wirtszellen (z.B. Leukozyten) einzubauen (Provirus),
kann diese sogenannten Provirus-DNA mittels PCR in der Leukozyten-Fraktion
des Blutes nachweisen werden.
Aus disem Grunde bieten wir diese sensitive Bestimmung an und empfehlen
sie:
- zur Bestätigung bzw. zum Ausschluss bei klinisch unauffälligen
Katzen mit schwach
positivem oder positiven ELISA
- zum Nachweis einer latenten Infektion bei negativem ELISA und klinischen
FeLV-Symptomen
- zum Nachweis einer FeLV-Aetiologie bei lymphoproliferativen Erkrankungen
zur Überprüfung der FeLV-Belastung/-Durchseuchung in einem
Katzenbestand
Erforderliches Probenmaterial: 1 ml EDTA-Blut.
Bei dem Wunsch nach Abklärung von FIP und Leukose empfiehlt sich
die Anforderung unseres kostengünstigen kombinierten Profils
zur FIP- und Leukose-Diagnostik mit großem Blutstatus und
entsprechender Beurteilung (FIP-Profil + FeLV-AG).
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